Ganzglasschiebetür: 7 Meilensteine auf dem Weg zum Einzug in die Architektur

Glas gibt es wahrscheinlich schon, solange es diese Erde gibt. Glas in der Architektur immerhin schon seit 2.000 Jahren – im großen Stil aber erst seit etwa 100 Jahren. Innenarchitektonische Glaselemente wie Ganzglasschiebetüren sind noch ganz jung.

Doch wie war der Weg zu intelligenten Schiebetürsystemen mit Beschlägen für Ganzglastüren? Spannend! Lesen Sie selbst.

1. Die Erfindung des Glases: Schmuck aus Glas

Um die „Erfindung“ des Glases ranken sich einige Mythen. War es ein Meteorit, der in die Wüste einschlug und den Sand zum Schmelzen brachte? Menschen kamen vorbei, waren fasziniert von dem erkalteten Material? Vielleicht auch.

Ebenso kann natürliches Glas durch einen Blitzeinschlag oder bei Vulkanausbrüchen entstehen. Letzteres wird Obsidian genannt und wurde von unseren steinzeitlichen Vorfahren zur Herstellung beispielsweise von Pfeilspitzen genutzt.

Die ersten bekannten Objekte aus künstlichem Glas sind Glasperlen und Glaseinlagen für Schmuck aus Mesopotamien und Ägypten. Man vermutet, dass bereits 3.500 v. Chr. Glas dort künstlich hergestellt wurde.

2. 100 n.Chr. – Das erste Fenster: römische Glasscheiben

Als Erste setzten die Römer Glas für Fenster ein. Voraussetzung dazu waren lichtdurchlässige Glasplatten. Bis dahin war Glas nicht klar und wurde zu Schmuck, Vasen und Trinkbechern verarbeitet.

Die Römer waren Meister der Glaskunst. Es gelang ihnen durch andere Rohstoffe und bessere Öfen mit höherer und kontrollierbarer Temperatur erstmals farbloses Glas herzustellen.

Dies nutzten sie, um lichtdurchlässige Glasplatten zu gießen, mit denen sie die Fensteröffnungen ihrer Villen und Thermen verschlossen. Übrigens kannten die Römer bereits Schiebetüren – allerdings sollten noch knapp 2.000 Jahre vergehen, ehe beides zusammenfand und die Ganzglasschiebetür entwickelt wurde.

3. 1851 – Crystal Palace in London: Glas als Bauelement

Die industrielle Revolution war Mitte des 19. Jhd. in vollem Gange und Großbritannien Vorreiter bei der wirtschaftlichen Umwälzung. Die Weltausstellung 1851 in London sollte die Qualität der britischen Produkte im internationalen Vergleich zeigen.

Mit dem „größten Gewächshaus der Welt“ gelang dem Architekten Joseph Paxton ein ebenso aufsehenerregender wie wegweisender Entwurf. Erstmals wurde ein solch großes Gebäude ausschließlich aus vorgefertigten Eisenelementen und Glas errichtet.

Ein weiterer Schritt zur Ganzglasschiebetür.

Die Voraussetzungen waren Verbesserungen in der Eisen- und Glasproduktion. Zum einen wurde die Glasqualität weiter optimiert. Zum anderen konnten durch neue und verbesserte Verfahren erstmals Glasplatten in ausreichender Größe und Menge hergestellt werden.

4. Ende 19. Jhd. – Die Vorhangfassade: Vollverglasung statt massiver Wand

Nachdem Glas und Stahl nun als vollwertige Baustoffe in der Architektur angekommen waren, dauerte es nicht lange, bis sie ihren Siegeszug antraten. Der Grund: Durch ein Stahlskelett konnten Fassade und Konstruktion voneinander getrennt werden. Es ergaben sich ganz neue Möglichkeiten zur Fassadengestaltung mit Ganzglaselementen und entsprechenden Beschlägen.

Die ersten Gebäude mit sogenannter Vorhang-Fassade entstanden in den 1880er Jahren in Chicago, das durch einen Großbrand zu weiten Teilen zerstört war. Heute hat sich die Bauweise bei Hochhäusern durchgesetzt.

Auch im Kleinen nutzen wir heute das Prinzip von Metallrahmen und aufgehängten Glaselementen: als Ganzglasschiebetür. Doch Ende des 19. Jhd. beschränkte sich die Verwendung von Glas in der Innenarchitektur auf Glaseinsätze in Möbeln und Türen.

5. Anfang 20. Jhd. – Sicherheitsgläser: von der Autoscheibe bis zur Glastür

Neben der Verbesserung der Herstellungsverfahren wurde nun auch an einer größeren „Härte“ geforscht. Dabei hatte man allerdings in erster Linie die neue Automobilindustrie vor Augen.

1910 erfand der französische Chemiker Édouard das Dreischicht-Sicherheitsglas, bei dem Kunststofffolien zwischen Glasscheiben geklebt werden. Zerbricht das Glas, hält die Folie die Scherben zusammen. Heute nennt man diese Gläser Verbundsicherheitsglas.

Etwa im gleichen Zeitraum experimentierten verschiedene Forscher mit der Wirkung von wechselnden Temperaturen beim Erkaltungsprozess. Dadurch wird das Spannungsverhalten im Glas geändert. Die Vorteile: Die Glasscheibe wird biegezugfester, kleinere Oberflächendefekte können kompensiert werden. Zerspringt die Scheibe, bilden sich viele kleine Scherben ohne lange scharfe Schnittkanten.

Das sogenannte Einscheibensicherheitsglas (ESG) ist heute Standard für Ganzglasschiebetüren. Allerdings kann ESG nach der Veredelung nicht mehr bearbeitet werden, sodass Bohrungen zur Montage problematisch sind. Hochwertige Schiebetürsysteme für Ganzglasschiebetüren wie CAVIS oder BELPORT von Wingburg nutzen daher Klemmbeschläge.

6. 1959 – Das Floatglasverfahren: perfektes Glas am laufenden Band

Dem Briten Sir Alastair Pilkington gelang 1959 endlich, was viele vor ihm vergeblich versucht hatten: Ein fortlaufendes Glasband auf einem Bett aus geschmolzenem Zinn zu ziehen: das Floatingverfahren. Dadurch konnte makelloses Glas nun schneller und kostengünstiger hergestellt werden.

Alle bisherigen Methoden führten entweder zu Walzenabdrücken oder anderen Unebenheiten, die durch aufwendiges Polieren entfernt werden mussten. Durch das langsame Abkühlen auf dem heißen Zinn, wurden die Glasoberflächen absolut parallel, gleichmäßig und plan.

7. 2016 – innovative Schiebetürsysteme mit Ganzglastürbeschlägen: Die Renaissance eines Klassikers

Seit in den 1990er Jahren der Trend nach hellen und transparenten Innenräumen immer stärker wurde, spielte Glas auch in der Innenraumgestaltung eine zunehmende Rolle. Eine besonders geeignete Möglichkeit sind Ganzglastüren.

Je nach Gestaltung des Glastürblatts sind sie transluzent bis transparent. So schirmen sie Räume voneinander ab, trennen sie aber nicht vollständig. Wenn geöffnet wirklich offen heißen soll, sind Ganzglasschiebetüren, die in der Wand laufen die richtige Wahl.

Noch einen Schritt weiter geht das rahmenlose Schiebetürsystem BELPORT von WINGBURG mit einem Ganzglasschiebetürbeschlag für eine minimalistische Optik.

Das Schiebetürelement CAVIS mit Zarge passt sich hingegen ideal an bestehende Türen an. Beide Einbausysteme gibt es für einflügelige und zweiflügelige Ganzglasschiebetüren.

Ganzglasschiebetürbeschlag Softclose – zusätzlicher Schutz und Komfort

In der Wand laufende Ganzglasschiebetüren schützen die Schiebeelement bestmöglich. Der Einzugsdämpfer Soft close als optionales Teil des Sets für Schiebetürbeschläge schützt zusätzlich.

Siehe auch: wingburg.de/glasschiebetuer-softclose

Ganzglasschiebtüren werden grundsätzlich hängend montiert. Der Klemmbeschlag wird an der oberen Kante des Glastürblatts montiert und in die Laufschiene eingehangen. Eine Glasblattführung sorgt dafür, dass das Türblatt zentriert und sicher läuft.

Zukunft – Der Blick in die Glaskugel: Wir sind dabei, und Sie?

Die Entwicklung von Glas als Bau- und Gestaltungselement ist ein Wechselspiel von Idee und technischen Möglichkeiten. Der aktuelle Status ist dabei sicher nur ein vorläufiges Ende.  Wir von WINGBURG gestalten die Entwicklung von Einbausystemen und Beschlägen für Ganzglasschiebtüren mit.

Sie wollen den Durchblick behalten? Dann sprechen Sie uns an. Wie beraten Sie kompetent und unverbindlich, wie Sie in Ihrem Objekt mit Ganzglasschiebetüren eine moderne Architektur erzeugen.

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