Tapetentür – Das macht sie zum „Hidden Champion“ unter den Innentüren

Namhafte Architekten wie Rem Koolhaas und Herzog de Meuron greifen gerne auf die nahezu unsichtbaren Tapetentüren zurück, um die Innenräume oder die Gebäudekubatur voll zur Geltung kommen zu lassen. Doch je reduzierter die Gestaltung, umso kniffliger ist ihre Konstruktion. Wirklich? Wir sagen Ihnen, was Sie über die Tapetentür wissen müssen, wie die Umsetzung gelingt und wie Sie selbst schwierige bauliche Besonderheiten problemlos meistern.

tapetentür

Die Tapetentür wird Eins mit der Wand.

Tapetentür: Definition und Einordnung

Der Begriff Tapetentür macht es bereits deutlich: Tür und Wand müssen optisch eine Verbindung haben. Die Definition gelingt am besten über die Abgrenzung von ähnlichen Türkonstruktionen.

  • Die stumpf einschlagende Tür: Türblatt und Zarge liegen in einer Ebene – sie sind also (flächen)bündig. Zur Wandoberfläche kann es allerdings einen Versprung geben.
  • Die wandbündige Tür: Bilden Wand, Zarge und Türblatt eine ebene Fläche, spricht man von einer flächen- oder präziser wandbündigen Tür.
  • Die Tapetentür: Sie ist stumpf einschlagend, wandbündig – und rahmenlos. Denn nur ohne Rahmen kann die Wandoberfläche bis an die Öffnungskante herangeführt werden und direkt an das Türblatt angrenzen. Lediglich eine schmale Fuge trennt beides.

Perfekt wird die Wirkung, wenn Wand und Türblatt die gleiche Oberflächengestaltung haben. Erst dann kann man wirklich von einer Tapetentür sprechen. Allerdings wird der Begriff auch – etwas unscharf – synonym für alle wandbündigen und rahmenlosen Türen verwendet.

Die Wirkung einer Tapetentür: Was wir vom Barockschloss über minimalistisches Türdesign lernen können

Besucht man ein barockes Schloss, erwarten einen Massen an Prunk und Ornament. Das Auge kann sich sattsehen an vergoldetem Stuck und edel bespannten Wänden. Das wirklich Spannende ist allerdings nahezu unsichtbar. Neben den opulent gestalteten Türen, die oft Eindruck heischend in einer Flucht liegen, kann man sogenannte Tapetentüren entdecken. Kunstvoll getarnt, indem sie mit der gleichen Wandverkleidung versehen sind, verraten sie sich nur durch die schmale Fuge und den Türgriff.

Die Tapetentür führt auf die andere Seite des höfischen Lebens. Die Seite, die nicht der Repräsentation diente, sondern dem Alltagsleben auf dem Schloss. Manchmal verbirgt sich dahinter lediglich ein Abort. Manchmal führen die unauffälligen Türen auch zu einem Netz von Gängen, über die die Bediensteten schnell und ohne entdeckt zu werden, in die königlichen Gemächer gelangten. Nicht selten nutze diesen Weg auch die Mätresse.

Im Grunde hat sich bis heute gar nicht so viel geändert. Tapetentüren werden immer noch verwendet, um den Gesamteindruck des Raumes nicht zu stören. Allerdings ist ihr Einsatz heute flexibler. Denn es gibt Tapetentüren als Außentüren – beispielsweise der fassadenbündige Notausgang –, als Haustüren oder als Wohnraumtüren. Moderne Tapetentüren kommen zudem mit ihrem minimalistischen und reduzierten Design einer rahmenlosen Tür den aktuellen Gestaltungstrends entgegen.

Die Konstruktion einer Tapetentür: So gelingen Detail-Planung und Montage problemlos

Die Anforderungen an die Konstruktion einer Tapetentür sind hoch: Die Zarge muss nahezu unsichtbar sein und das Türblatt flächenbündig in der Wand verschwinden. Was nach einem komplizierten Detail klingt, lässt sich mit einem Einbausystem ganz einfach lösen.

Das Einbauelement KONTURA von WINGBURG besteht aus einer Spachtelzarge, zusammengesetzt aus extrudierten und anschließend grundierten Aluminium-Profilen. Sie wird in die Wand eingebaut und verputzt. Die Zarge verfügt über eine Anputzkante, die einen perfekten Abschluss ermöglicht.

Alle Aussparungen für Türbänder und Schließblech sind bereits werksseitig ausgeführt, sodass auch die Montage des Türblatts problemlos gelingt.

Die Ausstattung einer Tapetentür

Für eine konsequente Umsetzung des Details „Tapetentür“ müssen auch Bänder und Beschläge stimmen. Unterschiedliche Ausstattungsoptionen – perfekt abgestimmt auf die rahmenlose Zarge – komplettieren das Einbausystem KONTURA.

Mit diesen Details machen Sie die Wirkung Ihrer Tapetentür perfekt:

  • Verdeckt liegende Türbänder: Die unsichtbaren Türbänder sind ein Muss für Tapetentüren. Das Einbauelement KONTURA kann auf Wunsch auch mit dem hochwertigen TECTUS Türband von Simonswerk ausgestattet werden.
  • Magnetfallenschloss: Besonders stumpf einschlagende Türen schließen mit einem Magnetfallenschloss angenehm leise und werden sicher in der geschlossenen Position gehalten.
  • Einzugsdämpfer: Wer besonderen Wert auf leises und sicheres Betätigen legt, sollte sich für einen Türdämpfer entscheiden. Wichtig bei einer Tapetentür: Auch der Selbsteinzug sollte möglichst unsichtbar in das Türblatt integriert sein.
  • Touch to open: Der wandebene Look wird durch den flächenbündigen elektronischen Türbeschlag perfektioniert. Die Tür wird durch eine Berührung geöffnet bzw. verriegelt.

Bauliche Besonderheit 1: Tapetentüren für den Trockenbau

Tapetentüren sind kein Standard, denn sie stehen für eine sehr bewusste Gestaltung und eine anspruchsvolle Architektur. Gut zu wissen, dass Sie auch bei kniffligen Einbausituationen oder außergewöhnlichen gestalterischen Anforderungen nicht auf die Wirkung von Tapetentüren verzichten müssen.

Vor allem im Objektbau aber auch im Wohnungsbau werden Innenwände in Trockenbauweise ausgeführt. Sie können natürlich auch mit Tapetentüren versehen werden. Der Einbau in eine Gipskartonwand ab 100 mm Breite ist mit dem Einbauelement KONTURA ebenso einfach, wie die Montage in einer Massivwand. Damit wird die Tapetentür auch für den Objektbau zur Option.

Bauliche Besonderheit 2: Tapetentüren mit unterschiedlichen Öffnungsrichtungen

Nicht immer können alle Zimmertüren mit der gleichen Öffnungsrichtung geplant werden. Dies kann bei Tapetentüren zu einem Problem werden, da das Türblatt natürlich nur innen oder außen bündig sein kann.

Wir von WINGBURG bieten daher das Einbausystem KONTURA in vier Varianten an: „links angeschlagen – ziehen oder drücken “ und „rechts angeschlagen – ziehen oder drücken“. So können alle Innentüren eines Raumes wandbündig ausgeführt werden – unabhängig von der Öffnungsrichtung. Die Besonderheit: der Sturz liegt bei allen Varianten exakt in der gleichen Höhe, sodass sie sich optisch nicht unterscheiden.

Bauliche Besonderheit 3: Raumhohe Tapetentüren ohne Sturz

Noch unauffälliger wird eine Tapetentür, wenn sie raumhoch ohne sichtbaren Sturz ausgeführt wird. Nur zwei vertikale Fugen verraten, dass sich hier „ein Stück Wand“ bewegen lässt und den Durchgang freigibt. Auch diese Einbauvariante ist mit dem Einbauelement KONTURA einfach zu realisieren.

Eine Besonderheit von KONTURA: Sie müssen bei raumhoher Ausführung nicht auf die Annehmlichkeiten eines Türdämpfers verzichten. Fragen Sie im Beratungsgespräch nach der Sonderlösung.

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